Für Unternehmer wird der Spagat zwischen Ethik und Profit schwieriger. Die
moralischen Ansprüche der Gesellschaft steigen. Welche Strategien machen
gesellschaftlich verantwortliches Verhalten von Firmen glaubwürdiger? Was
bedeuten Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility für den Alltag in
Unternehmen?
Fort McMurray, Bundesstaat Alberta: Beißender Gestank liegt über Kanadas neuer
Boomtown hoch im Norden. Seit Monaten liefert sich hier die Ölfirma Shell mit
ihrer internationalen Konkurrenz ein Wettrennen um den Abbau riesiger
Teersandlager. Die größten Vorkommen lassen sich nur unter massiven Einsatz von
Chemikalien vom Gestein trennen. Seitdem 2006 die Öl- und Energiepreise
explodierten, rechnen sich die teuren Abbauverfahren plötzlich, obwohl das
Investment die Umwelt gefährdet. Immerhin, einen Teil der Folgeschäden plant
Shell durch den freiwilligen Kauf von Co2-Emissionspapieren ausgleichen. Die
Erlöse kommen Naturschutzorganisationen zugute, die "uns überzeugt haben", so
der Vorstand, "weil sie im Umweltschutz neue Maßstäbe setzen". Etwa dem
holländischen Tropenbiologen Wilie Smits, der die letzten Regenwälder
Indonesiens vor illegalen Holzschlag schützt, indem er den Bauern vor Ort
Techniken zur schonenden Nutzung der Wälder und damit neue wirtschaftliche
Perspektiven vermittelt.
Die Welt wird komplizierter. Wirtschaft und Soziales, Klimakrise und die
unternehmerische Notwendigkeit Gewinne zu erzielen, Firmenprodukte und ihr
gesellschaftlicher Nutzen, all das kann nicht mehr einfach voneinander getrennt
werden. Nichtstun beim Klimaschutz kann für Unternehmer teuer werden, die Zahl
der Instrumentarien für soziales und ökologisches Engagement nimmt zu. Das
Prinzip Nachhaltigkeit wird zum Business Case, die Glaubwürdigkeit der eigenen
CSR-Strategie für international sichtbare Unternehmen zum Gradmesser der eigenen
Attraktivität: bei Kunden, die bei Produkten aller Art mehr auf die "Moral"
achten aber auch bei Investoren auf dem Kapitalmarkt.
Vor allem die Versicherungsbranche hat in den letzten Jahren einen Wertewandel
erfahren, der übergreifend Maßstäbe setzen könnte. Die Angst vor
Milliardenverlusten durch Klimaschäden wächst. Rückversicherer wie Swiss Re
erstreben "volle Klimaneutralität" im eigenen Haus und wollen möglichst schnell
ihren eigenen Businesskunden zum Vorbild werden. Schon bewerten Analysten
internationaler Börsen jene Konzerne schlechter, die zu offensichtlich die
sozialen und ökologischen Aspekte ihres eigenen Wirtschaftens nicht mit
berücksichtigen während Rating-Agenturen neue Kriterien für Sozial- und
Ökorankings entwickeln, in denen schon bald Hedgefonds-Manager mit
Weltunternehmen um die guten Plätze kämpfen könnten.
Der Bebelplatz in Berlin: Im Juni 2006 beantworteten hier vor laufenden Kameras
über hundert Menschenrechts- und Klimaaktivisten gemeinsam mit Firmenberatern
und Managern kritische Fragen zum Zustand der Welt: "Was passiert, wenn alle
Chinesen ein Auto kaufen und jeden Tag damit fahren?" "Warum gibt es immer noch
Hunger in der Welt?" "Wie viele Sprachen werden in den nächsten Jahrzehnten
untergehen?" Der von der Initative "Dropping Knowledge" organisierte Dialog
wurde vom Allianz-Konzern gefördert – mit Know How und gut zwei Millionen Euro.
"Die Initiative lieferte überraschende Antworten, die auch für unsere eigene
Arbeit wichtig waren, zum Klimawandel aber auch zum Umgang mit dem
demographischen Wandel oder zur Gefahr weltweiter Seuchen", bewertet der
Sprecher der Allianz für Klima und Mikrofinanzen Michael Anthony das Experiment.
Vielleicht ist Anthonys Kollege Nicolai Tewes beim Wettlauf der Firmen um mehr
Glaubwürdigkeit einigen seiner Konkurrenten bereits voraus. Als Verantwortlicher
für die Abteilung "Corporate Affairs" der Allianz steht Tewes seit Jahren im
intensiven Dialog mit kritischen NGO´s wie dem "World Wildlife Fund" oder
"German Watch". Tewes betont die hohe Professionalität dieser unabhängiger
"Watchdog"-Organisationen. Die intensive Zusammenarbeit mit "Dropping Knowledge"
habe dazu geführt, dass die Allianz neue Mikro-Versicherungsmodelle entwickelt,
die Bauern in Asien oder Afrika gegen Ernteausfälle absichern. Auch auf Drängen
von NGO´s bekennt sich die Allianz heute zu den anspruchsvollen "Guidelines for
Multinationals" der OECD – und damit zu relativ strengen Kriterien, die eigenen
Geschäftsprozesse auf ihre soziale und ökologische Glaubwürdigkeit abzuklopfen.
Die CSR-Strategie zielt so auf eine langfristige Neuausrichtung des Unternehmens
ab, was nur funktionieren kann, falls der Konzern tatsächlich versuchen sollte,
die freiwillig übernommenen Kriterien anzuwenden. Nur dann kann ein Unternehmen
blinde Flecke im eigenen Geschäftsbereich angehen, zum Beispiel durch die
Zusammenarbeit mit professionellen Kritikern. Bekennt sich ein Unternehmen wie
die Allianz nun konkret zu einer solchen Strategie, was ändert das am Einsatz
klassischer Instrumentarien wie etwa Sponsoring?
"Natürlich kann jeder große Player in alle möglichen Bereiche Geld spenden",
sagt Tewes. Dennoch stellt sich die Frage, "wie der gespendete Euro seinen
Mehrwert erhält, wenn nicht zusätzliches Know How und Netzwerke der Firma hinzu
gestellt werden?" Tewes betont das Ziel seiner eigenen CSR-Abteilung noch mehr
Glaubwürdigkeit für die Mutterfirma im eigenen Geschäftsbereich und dadurch
langfristige Wettbewerbvorteile zu erreichen. Deswegen werden soziale oder
ökologische Projekte verstärkt mit den Kernthemen des Versicherers - also Klima,
Demografie und Mikrofinanzen - in Bezug gesetzt. Zusätzlich soll sich soziales
Engagement für die eigenen Mitarbeiter lohnen, zum Beispiel durch den
persönlichen Gewinn an Lebenserfahrung. "In einem Zeitalter in dem
Familienstrukturen nicht mehr eng geknüpft sind", erklärt Tewes den Gedanken,
"wird das Unternehmen zum wichtigen Zentrum des Zusammenseins. Hier suchen sich
Menschen noch aktiv ein soziales Umfeld." Deswegen soll das
"Volunteering"-Prinzip, das freiwillige Engagement der Mitarbeiter in Stiftungen
und Projekten, gefördert werden. So leiten angehende Führungskräfte der Allianz
in der Münchner Dependance im Rahmen ihrer firmeninternen Ausbildung Projekte
der "Lichterkette" - einer Initiative, die sich in Süddeutschland um die
Integration von Einwanderern kümmert. Konkret entwerfen und bauen zukünftige
Manager Begegnungscafés im Kiez, richten Bibliotheken für Kinder ein, gründen
Wohnheime für Ausländer. Viele Chefs von morgen bleiben "ihren" Projekten ein
Leben lang verbunden. Für den deutschen Geschäftsbereich hat die Allianz Group
kürzlich beschlossen, dass alle jungen Führungskräfte im Rahmen ihrer
Ausbildung, vergleichbare soziale Projekte durchführen sollen.
Auch in anderen Häusern wird "Social Volunteering" zum Bestandteil des
Führungstrainings. So kümmert sich der firmeninterne Management-Nachwuchs des
Energieversorger RWE Systems um Projekte zur Sucht- und Lebenshilfe oder beim
Kinderschutzbund. Ein freiwilliges soziales Jahr für Mitarbeiter wird als
Pilotprojekt angeboten. Zudem "bringen die eigenen Mitarbeiter konkrete
Vorstellungen ein, wie man das Kerngeschäft mit dem CSR-Gedanken zusammenbringen
kann", beobachtet Hans Peter Meurer von RWE. Nach dem Zufallsprinzip hatten er
und andere Mitglieder der CSR-Abteilung sechzig Mitarbeiter aller Hierarchien
nach möglichen Maßnahmen befragt. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass die
Firma von den Gesprächen Handlungsfelder für soziale wie ökologische Maßnahmen
ableitete.
Welche Rolle spielen hauseigene Stiftungen in der künftigen CSR-Strategie großer
Unternehmen – etwa in der Allianz-Gruppe? Auch sie sollen mehr Nutzen für die
persönliche Entwicklung der eigenen Mitarbeiter entfalten. Können diese sich
eigenständig einbringen, wie in der Allianz-Umweltstiftung "blauer Adler"? Wo
kommen Mitarbeiter mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammen oder greifen
aktiv in Missstände ein, wie bei dem kürzlich prämierten "Stiftungszentrum
Kinderfonds" oder der Umweltstiftung der Allianz? Was Tewes besonders freut:
"Die Kollegen erleben, dass man auch selbst anpacken kann". Nebeneffekt: Die
Zahl der Stiftungen, die von Allianz-Mitarbeitern gegründet werden, steigt
kontinuierlich.
Das Internet war "schuld"
Auch für die Deutsche Bank wird die Welt komplizierter. Mehr denn je muss das
Unternehmen im globalen Wettbewerb wachsen, will sie nicht zum
Übernahmekandidaten werden. Dabei hätte Deutschlands größtes Bankhaus in den
letzten Jahren noch mehr Gewinne erzielen können - mit internationalen
Projekten, die am Ende abgesagt wurden, aus ethischen Günden oder aus Angst vor
einem Imageverlust: die geplatzte Beteiligung am Drei-Schluchten Staudamm in
China, zurückgenommene Finanzierungsgeschäfte mit indonesischen Papierfabriken,
der Rückzieher beim Bau eines Atomkraftwerkes in Bulgarien gingen durch die
Presse. "Schuld" war auch das Internet. "Heutzutage kann jede kritische
Organisation quasi auf Knopfdruck feststellen, welche Projekte unsere Bank
gerade weltweit finanziert", sagt Michael Münch. In seiner Arbeit für die
Abteilung für "Gesellschaftliches Engagement" der Bank beobachtet Münch, dass
die medial erzwungene Transparenz im eigenen Haus zu mehr Rückfragen führte.
"Vor zwanzig Jahren war den meisten Kollegen doch gar nicht bewusst, in wie
vielen Projekten das Haus weltweit engagiert war oder welche wirtschaftlichen
oder sozialen Folgen ein Engagement mit sich brachten." Heute hingegen wächst
hierfür das Bewusstsein – auch intern.
Im Zweifelsfall sollte ein international operierendes Unternehmen fähig sein,
klar zu stellen, warum es sich trotz gewisser Risiken für ein bestimmtes Projekt
entschieden hat und wie man trotzdem Umweltrisiken verringern und soziale
Standarts vor Ort möchte. "Neben klassischen Finanzierungskriterien werden die
ökologischen und sozialen Aspekte für uns wichtiger, bestätigt Heike Hilbig von
der Abteilung für Nachhaltigkeit und Umwelt der Deutschen Bank die Entwicklung.
Ein von der Bank gegründetes "Reputational Risk Comitee" soll in Zukunft bei
unterschiedlichen Meinungen in Finanzierungsfragen vermitteln. In dem Komitee
müssen sich die jeweiligen Projektleiter mit allen Abteilungsleitern, der
Rechtsabteilung sowie jetzt auch mit der hauseigenen CSR-Abteilung auf gleicher
Augenhöhe einig werden, bevor ein bestimmtes Projekt abgesegnet werden kann.
Um sich im Zweifelsfall hausintern gegen lukrative Projekte stellen zu können,
bedarf es Standfestigkeit und Überzeugungskraft, denn erwartungsgemäß ist die
Abteilung, die den Kredit ausgeben will, nicht davon begeistert, wenn Einwände
vorgetragen werden, die nicht nur mit harten Zahlen zu tun haben. "Diese
Konflikte müssen aber ausgetragen werden", betont Hilbig, "vor allem zum
langfristigen Nutzen des Hauses und seiner Shareholder". "Reputation" wird zum
Schlüsselwort der Zukunft, unter dem sich auch die Arbeit im Stiftungsbereich
der Deutschen Bank fokussieren soll. "Bildung" bleibt das Schwerpunkthema.
Ähnlich wie auch in der Dresdner Bank mit ihrem Engagement für junge Talente,
sollen in der Stiftungsarbeit Kinder- und Jugendprogramme stärker betont werden.
"Es geht immer auch darum mehr als nur Geld zu spenden", betont ein Sprecher des
Unternehmens.
Allein durch Sponsoring die Reputation des Unternehmens zu erhöhen, genügt der
Deutschen Bank nicht mehr. Zwar bleibt es für ihre Identität wichtig, die
Nachwuchsarbeit der Berliner Philharmonie, Kunstmuseen und andere
Kultureinrichtungen zu fördern oder nach Umweltkatastrophen mit Hilfsprojekten
vor Ort Präsenz zu zeigen. Trotzdem wird der ständige Kampf um Glaubwürdigkeit
im eigenen Geschäftsbereich für CSR-Abteilung global operierender Unternehmen
wichtiger. Dazu müssen gesellschaftlich eventuell umstrittene Investments im
Vorfeld transparent gemacht und nicht unter der Decke gehalten werden. Eine
Firma muss offensiv klar stellen können, warum das eigene Haus sich trotz
gewisser Risiken für ein Projekt entschieden hat und wie man trotzdem
Umweltrisiken verringern oder soziale Standarts verbessern kann.
Wer bewertet die Bewerter?
In Zukunft wird es schwieriger, einigermaßen fair zu bewerten, wie glaubwürdig
die CSR-Leistungen großer Firmen tatsächlich sind. Schon bald könnten
Rüstungsunternehmen in Hochglanzbroschüren ihre eigene "Nachhaltigkeit" preisen,
weil sie den Energie- oder Co2-Verbrauch in betriebseigenen Fabriken verringern
konnten, während sich Pharmafirmen in ihren Werbestrecken als Wohltäter für arme
Länder in Asien und Afrika herausputzen, gerade dort, wo sich die Majors der
Branche darum bemühen, lukrative lokale Nahrungsmittelmärkte für sich zu
monopolisieren. Auch wird es immer Unternehmen geben, die der Versuchung nicht
widerstehen, von zweifelhaften Geschäften abzulenken indem sie der
Öffentlichkeit medienwirksam Charity-Maßnahmen präsentieren, die kaum mit dem
eigenen Kerngeschäft zu tun haben. Hier stellt sich die Frage nach den richtigen
Kriterien, um "Glaubwürdigkeit" umfassender zu bewerten. Schon zeichnet sich ein
neues Geschäftsmodell ab: im europäischen Rating-Markt tummeln sich hunderte
Agenturen, die sich jetzt auch als Spezialisten anbieten, um für Investoren
sogenannte "ESG-Leistungen" (Environment, Social, Governance) von Unternehmen zu
bewerten.
Dabei liegen weiterhin "keine allgemein akzeptierten Erhebungs-. und
Bewertungsmethoden zur unternehmerischen Nachhaltigkeit vor", wie eine aktuelle
Studie von "Ecosense", einräumt, der gemeinsamen CSR-Plattform der wichtigsten
deutschen Firmen. Internationale Standarts, etwa nach der ISO-Norm, fehlen. In
Deutschland tagt hierzu noch der Ausschuss des Deutschen Instituts für Normung.
Schon machen sich in der freien Wirtschaft Zweifel am Sinn einzelner Ratings
breit. Ein erstes deutschlandweites "Good Company Ranking" organisiert vom
"Manager Magazin" blieb nicht ohne Kritik, obwohl es sich auf unabhängige
Jury-Mitglieder wie Klaus Töpfer berufen konnte. Umgesetzt wurde das Ranking
durch KIichhoff Consult und Deloitte, klingt auch logisch, denn wer sollte die
Firmen besser kennen, als erfolgreiche Unternehmensberater und
Wirtschaftsprüfer? Doch wo bleibt die Unabhängigkeit, wenn Agenturen die
gleichen Unternehmen bewerten, die sie in ihrem Kerngeschäft beraten? Wer, so
könnte man weiter fragen, bewertet in Zukunft die Bewerter?
Immer noch ähneln manche Ranking-Listen einer "Black Box", die selbst wenig
Transparenz aufweisen. Auch Analysten bleiben nicht frei von Ideologie,
schließen nicht nur Rüstung und Alkohol sondern auch Kernkraft und Kohle aus
wichtigen Rankings aus, die über den Zugang von Firmen in nachhaltige
Fondsmodelle entscheiden. "Hier müssen sich Unternehmen klarer und
selbstbewusster positionieren", betont Marita Hilgenstock, CSR-Managerin beim
Energiekonzern RWE. Erst kürzlich hat es ihr Team geschafft, den Energiemulti in
den Climate Leadership Index des prestigeträchtigen "Carbon Disclosure Projects"
zu hieven. Die Pläne für den ersten Bau eines ersten Co2 freien Großkraftwerks
waren hier ebenso hilfreich wie einmal mehr: Glaubwürdigkeit. Und die ist für
eine Firma dieser Größenordnung nun einmal nur noch durch regelmäßig erstellte
interne Risikoanalysen wie durch permanenten Austausch mit den - je nach dem
Projekt - betroffenen, gesellschaftlichen Gruppen zu haben.
Der nächste, mutige Schritt wäre, auch für internationale Unternehmen, mehr
externe Kontrollen zuzulassen. Kommt das Thema für die großen Konzerne zu früh?
Viele Mittelständler haben die psychologische Schwelle schon überschritten. Der
Maschinenbauer "Schmalz" etwa, international führender Hersteller von Vakuum-
und Handhabungstechniken, hat keinen "grünen Anstrich" nötig und unterwarf sich
dennoch erstmals den Öko-Audit-Verordnungen der EU und damit einer externen
Prüfung. Die CWS in Düren wiederum ist die erste Lackfabrik Europas, die sich
mit dem gleichen aufwändigen Procedere die ökologische und soziale
"Verträglichkeit" zertifizieren lässt. Die Liste ließe sich fortsetzen. Nur
Einzelfälle? Vor allem Mittelständler haben einen wichtigen Wettbewerbsvorteil:
ihre Produktionsabläufe und ihr Output sind oft viel überschaubarer, ebenso die
indirekten Leistungen der Zulieferer. "Anders als bei großen Organisationen kann
die Geschäftsführung besser einschätzen, wie exakt man sich in die Karten
blicken lassen will", weiß Silke Masurat von "ETHICS IN BUSINESS", einer
bundesweiten Initiative, die Mittelständler gegen eine Gebühr auf ihre
CSR-Tauglichkeit überprüft. "Gerade Mittelständler wirtschaften ethisch aus
Selbstverständnis heraus nicht aus Marketingzwängen", beobachtet Masurat. Die
Gewinner des von der gleichen Initiative ausgeschriebenen "deutschen Preises für
Wirtschaftsethik" sind ausschließlich Mittelständler und damit Vorreiter – auch
für die Großunternehmen.
zurück
zum Textanfang 